ck | Das erste Stadtderby im 120-Wurf Modus hatte es in sich: Der SKV Old School lag phasenweise weit in Führung und wird im Finale eiskalt erwischt. Ein historisches Spiel mit hollywoodreifem Drehbuch.

Lucas Hantke und Christopher Braun eröffneten für die TSG. Dabei zeigte sich der noch 17-jährige Lucas Hantke (1:3, 575 Kegel) couragiert und willensstark. Angesichts seines Gegners Daniel Kudla der ihm 638 Kegel servierte, ein prima Auftritt. Etwas schleppend verlief dagegen das Spiel von Christopher Braun, der sein Match gegen Tobias Bauer ebenfalls mit 1:3 und 559:579 Kegel verlor.

Deutlich der Rückstand: 0:2 mit -83 Kegel.

Benjamin Wagner brachte danach Nico Zschuppe nach intensiven Attacken an den Rand einer Niederlage, mit einem Kegel Vorsprung ging der Manschaftspunkt leider an den SKV: 2:2, 590:591 Kegel. In den ersten beiden Sätzen war Andreas Nikiel seinem gegenüber Markus Wagner immer einen Schritt voraus. Auf den letzten 30 Wurf setzte Andreas Nikiel zum Überholmanöver an und zwang Markus Wagner zu Fehlern. Der Punktgewinn durch das 3:1 mit 607:575 Kegel sollte sich für die TSG auszahlen.

Zu diesem Zeitpunkt war beim Stand von 1:3 und -52 Kegel dennoch nicht mit einer Trendwende zu rechnen, denn mit Andreas Dietz und Michael Bernhardt wurden die Gegner nicht leichter.

Schon nach dem 1. Satz des Finales sorgenvolle Gesichter beim SKV: Pascal Nikiel hielt dem Druck stand und spielte 143:146 gegen Andreas Dietz, Andreas Wagner machte deutlich Boden gut, 162:136 gegen Michael Bernhardt. Was als Momentaufnahme schien setzte sich aber auch im 2. Satz fort. 148:139 für Pascal Nikiel, 140:120 für Andreas Wagner. Eine dramatische Wendung des Spiels begann, es stand plötzlich Unentschieden in den Gesamtkegel und das TSG-Duo witterte DIE Chance. Während Pascal Nikiel Andreas Dietz nicht davonziehen ließ (150:155), legte Andreas Wagner nach: 156:124.

Das Unerwartete war passiert, die Hausherren lagen vorne: 27 Kegel in den Gesamtkegel! Der Duellsieg von Andreas Wagner war bereits sicher, wenn Pascal Nikiel sein Spiel auch gewinnt, geht der Sieg an die TSG. Die taktische Einwechslung von Ralf Berger-Goldinger für Michael Bernhardt prallte nämlich an Andreas Wagner ab, 159:116 und ein glattes 4:0 mit anschaulichen 617:496 Kegel. Pascal Nikiel stürmte mit 164:157 und dem 2:2 mit 605:597 Kegel zum Duellsieg, die TSG Fans und Zuschauer hielt es dann verständlicherweise nicht mehr auf den Stühlen...

Mit den Nerven und körperlich völlig am Ende nach seinem Husarenstück beschreibt Pascal Nikiel kurz nach Spielende die Situation: ,,Irgendwann realisierte ich dass wir meinen Punkt zum Sieg brauchen. Mit den frenetischen Zuschauern im Rücken wollte ich den Sieg unbedingt schaffen. Ich bin überglücklich und kann es noch kaum glauben was uns da gelungen ist ...''.

Pressewart und Zuschauer Carsten Kappler kommentiert: ,,Für die 2. Mannschaft ist dies ein denkwürdiger Tag. Es ist uns gelungen das innere Feuer zu entzünden und das Unmögliche möglich zu machen. Mit einem Sieg haben wir im Vorfeld gar nicht spekuliert, uns war wichtig ein gutes Spiel abzuliefern. Unsere Vorbereitung passte exakt zum 1. Spieltag und wir haben gezeigt über welches Potenzial die TSG verfügt. Der SKV wird sich von der Niederlage schnell erholen, seine Punkte noch machen und in der Tabelle nach oben klettern, dessen bin ich mir sicher.''


ck | Es wird historisch: Zum ersten mal in der Geschichte treffen am Samstag zwei verschiedene Kaiserslauterer Vereine im 120-Wurf Modus aufeinander. Die TSG Kaiserslautern II empfängt zum Auftakt der 1. Rheinland-Pfalz Liga die 1. Mannschaft des SKV Old School Kaiserslautern. Der neue Verein, von ehemaligen Spielern der TSG Kaiserslautern gegründet, geht im ersten Stadtderby auch als Favorit in die Begegnung.

,,Die Mannschaft besteht überwiegend aus erfahrenen Bundesligaspielern die unsere Bahnen natürlich sehr gut kennen. Mit diesem Kader kann nur die Meisterschaft in der Liga das Ziel sein. Mannschaftlich gehen wir ohne Personalsorgen in das Spiel. Jeder kann hier einen 600er spielen, das hat die Vorbereitung gezeigt. Was für uns am Ende heraussprint bleibt abzuwarten, unter Wert wollen wir uns natürlich nicht verkaufen'', berichtet Sportwart Frank Jung.